Basierend auf dem beschlossenen Zwischenevaluierungsbericht zur LEADER-Förderperiode 2021–2027 kommt die LAG Westliche Altmark zu dem Ergebnis, dass die Umsetzung der Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) insgesamt erfolgreich verläuft und die gewählten Entwicklungsziele weiterhin den Bedarfen der Region entsprechen. Die drei Handlungsfelder „Aktiver Kultur- und Naturtourismus“, „Daseinsvorsorge und Nachhaltigkeit“ sowie „Kultur, Sport und Begegnung“ haben sich grundsätzlich bewährt.
Zum Stichtag 31.12.2025 wurden insgesamt 101 Projektideen erfasst. Daraus gingen 33 bei den Bewilligungsbehörden eingereichte Projekte hervor, von denen 24 bereits bewilligt wurden. Besonders stark nachgefragt sind Projekte im Handlungsfeld „Kultur, Sport und Begegnung“, gefolgt vom Kultur- und Naturtourismus. Im Vergleich schwächer entwickelt ist hingegen das Handlungsfeld „Daseinsvorsorge und Nachhaltigkeit“, sodass hier zusätzlicher Aktivierungsbedarf besteht.
Die Aktualisierung der SWOT-Analyse bestätigt die wesentlichen Stärken und Herausforderungen der Region. Als neu hinzugefügte positive Entwicklungen werden insbesondere der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur, die starken Dorfgemeinschaften, das aktive Vereinsleben sowie neue wirtschaftliche Chancen durch Digitalisierung und innovative Technologien hervorgehoben. Gleichzeitig stellen demografischer Wandel, Bevölkerungsrückgang, Fachkräftemangel, Schwierigkeiten bei der medizinischen Versorgung sowie die Sicherung ehrenamtlichen Engagements weiterhin zentrale Herausforderungen dar.
Die Evaluierung zeigt, dass LEADER vor allem in den Bereichen Kultur, Freizeit, Sport, Tourismus und Regionalentwicklung sichtbare Wirkungen entfaltet. Die Querschnittsziele „Natur, Klima und Landschaftsschutz“ sowie „Kooperationen, Netzwerke und Bildung“ werden bereits zur Halbzeit der Förderperiode weitgehend erfüllt beziehungsweise übertroffen. Defizite bestehen dagegen im Themenfeld „Infrastruktur und Mobilität“, insbesondere bei innovativen und digitalen Lösungsansätzen.
Ergebnisse der Online-Umfragen und qualitativen Interviews
Die Befragungen von Mitgliedern, Projektträgern und regionalen Akteuren zeigen ein differenziertes Bild. Die Projektträger bewerten das LAG-Management überwiegend positiv. Besonders hervorgehoben werden Erreichbarkeit, Hilfsbereitschaft, fachliche Unterstützung und der respektvolle Umgang. Gleichzeitig wird der Förderprozess insgesamt als bürokratisch und komplex wahrgenommen. Viele Antragsteller wünschen sich eine bessere Orientierung über den weiteren Verfahrensablauf nach Einreichung ihrer Projekte.
Innerhalb der LAG-Gremien werden die Transparenz der Projektauswahl und die grundsätzliche Arbeitsweise positiv bewertet. Allerdings bestehen Verbesserungsbedarfe bei der internen Kommunikation, der Informationsweitergabe sowie der stärkeren Einbindung einzelner Mitglieder. Zudem wurde die Gewinnung junger Menschen und weiterer engagierter Akteure als wichtige Zukunftsaufgabe identifiziert. Handlungsempfehlungen für die verbleibende Förderperiode
Aus der Zwischenevaluierung leitet die LAG mehrere Handlungsempfehlungen ab.
Dazu gehören insbesondere die stärkere Förderung von Vorhaben in den Bereichen Daseinsvorsorge und Nachhaltigkeit, die gezielte Ansprache neuer Zielgruppen wie junger Menschen und kleiner Vereine, die Vereinfachung von Verfahren, der Ausbau von Beratungsangeboten sowie eine weitere Professionalisierung der Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkarbeit. Hinzu kommen diagnostizierte Lücken bei der Verteilung von Vorhaben auf das LAG-Gebiet, da insbesondere in Klötze bislang nur wenige Vorhaben umgesetzt werden konnten.
Mit Bezug auf die Verfahren auf Landesebene werden Vereinfachungen der Förderpraxis und eine Verringerung bürokratischer Hürden gewünscht. Insgesamt zieht die LAG Westliche Altmark eine positive Zwischenbilanz: Die LES wird wirksam umgesetzt, die Regionalentwicklung erhält wichtige Impulse und die strategische Ausrichtung der lokalen Entwicklungsstrategie wird weiterhin als passend und zukunftsfähig bewertet. Für die zweite Hälfte der Förderperiode liegt der Schwerpunkt darauf, bestehende Defizite gezielt zu adressieren und die erreichten Erfolge weiter auszubauen.
Hier finden Sie die Zusammenfassung des Zwischenevaluierungsberichtes als PDF zum Download